Das Wandermuseum – El mathaf Elrahal (the itinerant museum)

2013 Pro Helvetia awarded us with a residency in Cairo/Egypt. The political situation was unstable during that time and we signed the contract on the day when President Mursi resigned. It took until autumn 2014 that we could travel to Egypt for a research travel and plan a new project. And it was in November 2014 that we traveled to Asyut for the first time. We met two archeologists from Asyut, Mahmoud Mohamed Ali and Ali Mahfoz and they enabled us to visit archeological sites in the region. One of those places were the tombs of Meere.

Im Jahr 2013 wurden wir mit einem Atelieraufenthalt der Pro Helvetia in Kairo/Ägypten ausgezeichnet. Die politische Situation war instabil zu dieser Zeit und wir unterschrieben den Vertrag für den Aufenthalt am Tag als Präsident Mursi zurücktrat. Es dauerte bis in den Herbst 2014, bis wir nach Ägypten reisen konnten um ein neues Projekt zu planen. Es war auch im November 2014, dass wir zum ersten Mal nach Asyut fuhren. Wir trafen die beiden Archäologen Mahmoud Mohamed Ali und Ali Mahfoz, die uns ermöglichten viele archäologische Stätten in der Region zu besuchen. Einer dieser Orte waren die Gräber von Meere.

We have been impressed with what was still there – the modern European tomb raiders have taken most of it to European museums – and especially with one tomb. The tomb seemed to be unfinished. Some walls have been covered with charcoal drawings, some with grids in red chalk. Others showed relief carvings of the drawings and the figurines startet to get their own life. Others the artists just had started to paint the figurines on the Wall.

Wir waren beeindruckt, was in den Gräbern (noch) zu sehen war – die modernen europäischen Grabräuber hatten das meiste in europäische Museen mitgenommen. Besonders beeindruckte uns ein Grab, denn das Grab schien nicht fertig geworden zu sein. Einige Wände waren mit Kohlezeichnungen bedeckt, andere mit einem Gitter aus Rötel. Wieder andere waren reliefartig bearbeitet worden und die Figuren auf den Wänden wurden lebendig und auf wieder anderen hatten die Künstler angefangen, die Figuren zu bemalen.

The artists just seemed to have left the tomb in the middle fo their work. Perhaps they have been sitting outside for their lunch or a short afternoon break? Their work was very present, especially because it was unfinished. We could see into a mirror that reflected out artistic work today with theirs about 4400 years ago.

Die Künstler schienen das Grab gerade verlassen zu haben. Vielleicht hatten sie ihre Arbeit kurz unterbrochen und sassen vor dem Grab und assen ihr Mittagessen oder nahmen einen kleinen Nachmittagsimbiss zu sich? Ihre Arbeit war von einer besonderen Präsenz vor allem, weil das künstlerische Werk unvollendet war. Wir konnten wie in einer visuellen Zeitschleife in einen Spiegel schauen, der unsere künstlerische Arbeit heute mit ihrer künstlerischen Arbeit vor 4400 Jahren reflektierte.

We asked Mahmoud and Ali about the history of the tombs. They have been constructed for nomarchs and they dated back to the intermediate period between the Old and the Middle Kingdom. Concerning the unfinished tomb, we asked about that. Was it abandoned when it was still under construction? We were told: No! The tombs had been finished and the nomarch laid to rest. But the artists had used a cunning and prepared the entrance chambers to the grave as if it would have been unfinished. They did this on purpose to mislead the tomb raiders and to indicate to them, there is nothing to get. The ruse worked until the Europeans came to Asyut.
This was a very precious moment. We could look our artists colleagues from the past over the shoulder. But the construction of a semi-finished tomb for its protection represented much more. We encountered probably one of the earliest evidence of conceptual art in history!

Wir fragten bei Mahmoud und Ali nach der Geschichte der Gräber. Diese wurden für Gaufürsten gebaut und sie datierten in die Zwischenzeit zwischen dem Alten und dem Mittleren Reich. Wir fragten auch nach dem nicht vollendeten Grab, ob es verlassen wurde, als es noch im Bau war. Wir bekamen gesagt: Nein!
Die Gräber waren vollendet und der Fürst war zur letzten Ruhe gebettet worden. Die Künstler hatten aber eine List angewandt, als sie die Eingangskammern des Grabes so ausgestalteten, um es so aussehen zu lassen, als ob es nicht vollendet worden wäre. Sie taten dies mit Absicht um die Grabräuber zu täuschen und ihnen zu signalisieren, dass hier nichts zu holen sei. Die List funktionierte, bis die Europäer kamen.
Für uns war dies ein besonderer Moment, denn wir konnten nicht nur unseren Künstlerkollegen aus einer anderen Zeit über die Schulter schauen. Die Konstruktion eines halbfertigen Grabes zu dessen Schutz ging darüber hinaus, denn wir begegneten einem der wohl frühesten Zeugnis von Konzeptkunst der Geschichte!

This is how the story begun and a four year adventure started!
So begann diese Geschichte, die zu einem vierjährigen Abenteuer führte!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.