Eine Forschungsreise – a research trip (Part 1)

Im Jahr 2012 bekamen wir die Zusage für eine Künstlerresidenz der Pro Helvetia in Kairo, die wir im Herbst 2013 antreten wollten. Die Zuspitzung der politischen Situation nach dem Sturz des Präsidenten Mursi veranlassten die Pro Helvetia alle Kairo Stipendien im Jahr 2013 auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Ausserdem wurde uns klar, dass unser ursprüngliches Projekt, das sich mit der aufkeimenden Demokratie in Aegypten beschäftigen sollte, so nicht durchführbar war. So schlug uns die Pro Helvetia Kairo vor, dass wir im Herbst 2014 eine Recherche- und Forschungsreise nach Kairo (Alexandria) und Asyut machen könnten, um ein neues Projekt zu entwickeln. Diese Reise traten wir im November 2014 an und die folgenden Ausführungen sind ein Tagebuch unserer Erlebnisse in diesem spannenden Land.
Gut in Kairo angekommen – bei 27 Grad und Sonnenschein – brachte uns unser Fahrer sicher durch den Berufsverkehr – auch wenn wir zuerst kurz am zweifeln waren, als nach 5m Fahrt schon fast der Aussenspiegel ab war und dann gleich noch ein toter streunender Hund auf der Strasse lag. Die Fahrt war auf alle Fälle nichts für schwache Nerven und der Verkehr in Kairo ist, sagen wir es einmal so: gewöhnungsbedürftig für einen Europäer. Wir waren in einer Wohnung auf der Insel Gezira im Stadtteil Zamalek untergebracht. Die Strasse in der wir wohnten verläuft parallel zur Strasse des 26. Juli – eine der grossen Hauptstrassen von Kairo, die quer über die Insel Gezira verläuft – und ist etwas ruhiger, wenn man in Kairo von ruhig sprechen kann. Draussen ist es überall laut und hupt und hupt und nicht nur Autofahren ist nur etwas für Menschen mit starken Nerven (wozu zeichnet man eigentlich Spuren auf die Strassen, wenn doch bei drei Spuren locker acht Autos und ein Bus neben einander passen…) und wir fragten uns, wie man hier Strassen überquert ohne als Himmelfahrtskommando unterwegs zu sein.

 2012 we got a Pro Helvetia Cairo artists residency and we intended to travel to Egypt for the residency in autumn 2013. Due to the more and more difficult political situation in Egypt after the subversion of the Mursi government, Pro Helvetia postponed all Cairo residencies. We realized as well that our actual project that dealt with the uprising democracy in Egypt was not possible in the form we intended to do. So we got a proposal from Pro Helvetia Cairo to do a research trip to Cairo (Alexandria) and Asyut duirng autumn 2014. November 2014 we traveled to Egypt for our research and the following travelogue is about our experiences in this fantastic and miraculous country.
We arrived safe in Cairo with 27 degress and sunshine and our driver brought us safely to our apartment – even if we thought differently at the beginning for after 5 metres the side mirror almost got missing and a dead stray dog was kind of the first view outside of the airport. Traffic in Cairo is not for the faint of heart, to be precise it requires to getting used to by a European. We had an apartment on the island of Gezira in Zamalek. The street we lived in is parallel to 26th Juli Street – one of the big main streets of Cairo and although our street was a bit more quiet, if you could talk about quiet in Cairo at all. There is a constant mumbo jumbo outside and not only driving isn’t for the faint at heart, but crossing the roads, too (why do they paint lines when they don’t need them?) and we asked ourselves, how to cross roads and not to be a kamikaze mission.

Nachdem wir am ersten Tag auf der Bank waren – wir hatten gedacht, das ginge recht schnell, aber wir mussten fast anderthalb Stunden warten und mussten x Zettel ausfüllen – gingen wir zur Schweizer Botschaft und dann auf einen Spaziergang durch die Altstadt. Dort blieben wir im  CIC erst einmal im Lift stecken – genau zwischen zwei Stockwerken und mussten gerettet werden.


Wir besuchten Lehnert & Landrock, ein Buchladen, den zwei Fotografen gründeten, die viele Fotos von Aegypten in den 20er und 30er Jahren gemacht hatten und wo man noch heute Handabzüge dieser Fotos kaufen kann.

We went to a bank on our first day – we thought it only will take some minutes, but we had to wait for hours and had to fill out a lot of forms. After that we went to the Swiss Embassy and for a walk through downtown. We got stuck in a lift at  CIC and needed to be salved and we visited Lehnert & Landrock, a book store that was founded by two photographers, who documented life in Egypt in the 20ies and 30ies and where you still can buy prints of those photos.

Am nächsten Tag fuhr uns der Pro Helvetia Fahrer zu den Pyramiden – genau bis zum Eingang. Kaum waren wir auf dem Gelände, wurden wir schon von Verkäufern von Plastikpyramiden, Kopftüchern, Papyrusmalerein, Kameltreibern und von Pferdekutschern belagert. Das Gelände war nahezu leer – ein paar ägyptische Schulklassen auf Klassenfahrt und eine Handvoll Touristen – und wo früher stundenlange Warteschlangen standen, ist heute gähnende Leere.  Wir hatten die Pyramiden fast für uns allein – bis auf eben die bunte Schar an Händlern. Als Reto plötzlich ein Kamel in der Hand hatte und der Kameltreiber ihm die Kamera aus der Hand riss, wars vorbei und wir fingen beide an, laut zu schimpfen und auf deutsch und englisch zu fluchen – so hatten wir relativ schnell die Kamera wieder und da das Kamel auf und davon galoppierte war auch die kleine Schar mit anderem beschäftigt. Nach diesem kleinen Vorfall wurden wir dann seltsamerweise in Ruhe gelassen.

The next day the Pro Helvetia driver took us to the pyramids in Gizeh and he drove us exactly to the entrance. As soon as we entered the complex, we were besieged by merchants of plastic pyramids, scarfs, papyrus drawings and by cameleers and carriage drivers. The complex was nearly empty – some Egyptian school classes and some tourists – where in former times people had to wait for hours, we found a yawning void. We were almost alone at the pyramids – apart of the small crowd of merchants. When suddenly Reto found himself holding a camel and the cameleer his camera, we both started shouting and swearing in several languages. In a short time we got back our camera and the small crowd, due to the fact that the camel had fled the scenery, had been occupied with other things. After the small incident we were left alone during our visit.
Wir besuchten danach die Ottomanische Zitadelle und Moschee, wobei uns der Ticketverkäufer um 100 Pfund betrog (etwa 15 CHF), was wir zu spät merkten. Die Aussicht von der Zitadelle war wirklich schön und als uns der Fahrer wieder abgeholt hat und vorschlug wir sollten doch jetzt noch eine Rundfahrt durch die Altstadt von Kairo machen, haben wir abgewunken. Der Weg zurück nach Zamalek war vom Verkehr so verstopft, so dass wir vorher ausgestiegen sind und zu Fuss nach hause gingen, wo wir ein paar Stunden schliefen – Sonne, Hitze, die vielen Menschen, die Abgase und der Smog machen müde.

We visited the ottoman Citadell and the Mosque where the ticket seller decieved us, but it was too late when we realized. The view was spectacular and when the driver collected us and offered us a guided tour to the old town, we declined. The way back to Zamalek took ages due to traffic and we got off the car and walked home after a while. Sun, heat, people, smog and the exhaust gases are tiring so we slept for several hours.

Am Abend kam unser Coach Mina Nasr vorbei und wir warteten noch auf Nada eine ägyptische Künstlerin um zusammen auszugehen. Als wir aus der Wohnung gingen und ich im Gespräch vertieft mit Mina die Tür zuzog und abschliessen wollte, hatte ich vergessen den anderen Schlüssel von Innen aus dem Schloss zu ziehen und wir waren ausgesperrt. Es gab ein langes hin und her mit unserem Hausmeister, Maysoon von der Pro Helvetia und Mina unserem Coach bis der Schlüsseldienst kam, das Schloss ersetzte und wir neue Schlüssel hatten. Nada meinte dazu nur: Willkommen in Kairo – das sei das ganz normale alltägliche Kairo und wir hätten uns ja schon gut akklimatisiert!

In the evening our Coach Mina Nasr came around and we waited for Nada, an Egyptian artist to go for a meal together. When we left the apartment, I was deep in conversation with Mina and after I closed the door realized that I forgot the key inside in the lock – we were locked out. There was quite a hither and tither with the Bawab, Maysoon from Pro Helvetia and Mina until finally a locksmith opened the door and we got new keys. Nada just said: Welcome to Cairo! This is normal daily Life and we already acclimatized well…

 

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