Demokratische Kunstwochen – democratic art weeks

info am 23. Juni 2011 um 17:32

Im Jahr 2011 und 2012  laden zeitgarten.ch und das Transitorische Museum zu Pfyn zehn Künstlerinnen und Künstler, bzw. Künstlerpaare/duos nach Pfyn ein um mit der Bevölkerung künstlerische Projekte zu entwickeln.

Die Künstlerinnen und Künstler werden über das Jahr verteilt jeweils etwa mindestens zwei Wochen in Pfyn leben und arbeiten und mit Privatpersonen, Vereinen oder Institutionen ein künstlerisches Projekt planen und durchführen.

Social Practice oder Relational Aesthetics / Relational Art sind unter anderem von Nicolas Bourriaud geprägte Bezeichnungen für Kunstwerke, die ein soziales Environment erzeugen und sowohl Künstler als auch das Publikum als Gemeinschaften verstehen, die in intersubjektiven Begegnungen kollektiv Bedeutung gestalten: “the role of artworks is no longer to form imaginary and utopian realities, but to actually be ways of living and models of action within the existing real, whatever scale chosen by the artist.”

Die Auswahl der angefragten Künstlerinnen und Künstler erfolgte durch uns auf Grund ihrer Arbeit mit Projekten, die in einem Zusammenhang mit Prozessen des öffentlichen Raums/Partizipation von Öffentlichkeiten und in einem sozialen Kontext entstehen, im weiteren Sinne der Begriffe Social Practice und Relational Aesthetics.

Künstlerinnen und Künstler der Demokratische Kunstwochen:

interpixel, Eva Maria Würth und Philippe Sablonier, Zürich CH (www.interpixel.com)

kidswest – Meris Schüpbach, Künstlerin, Bern CH (www.kidswest.ch)

Marina Belobrovaja, Künstlerin, Zürich CH (http://marinabelobrovaja.ch):

MultiKultiTravel

Matthias Kuhn, Künstler und Kurator, Trogen AR CH (www.wortwerk.ch)

Ana Laura Lopez de la Torre, London, GB (http://lopezdelatorre.org):

The Ambassadors / Die Botschafter

Stefano W. Pasquini, Künstler und Kurator, Bologna, I (www.stefanopasquini.net):

US1105

pw – Projekte – Uta Weyrich und Eva Paulitsch, Stuttgart D (http://www.pw-videoblog.de)

Beat Lippert, Künstler, Genf CH (www.beat-lippert.ch)

Moritz Ebinger, Egmond aan Zeen NL und Bern CH (www.moritzebinger-artprize.nl)

Fatma Hendawy Yehia, Künstlerin und Kuratorin an der Bibliothek von Alexandria, Ägypten (www.bib-alex.org; http://collection.britishcouncil.org/media-archive/workshop/30672/0/media/30672/0/30691):

MEMOpfyn

Die Künstlerinnen und Künstler halten sich mindestens zwei Wochen in Pfyn auf. Sie erarbeiten Projekte mit der Bevölkerung von Pfyn. Die Arbeitsergebnisse werden als work-in-progress in Pfyn an verschiedenen Orten präsentiert und verbleiben dort bis zum Ende von ‘Pfyn – Kulturhauptstadt der Schweiz 2011 – 12‘.

Vom 27. – 29. April 2012 wird eine Tagung mit allen Künstlern und Kooperationspartnern (RIK, visarte) stattfinden, während der Erfahrungen und Prozesse der Künstlerinnen und Künstler vorgestellt werden und die Frage der Kompabilität von Demokratie und Kunst vertieft diskutiert werden soll.

Pfyn – Kulturhauptstadt der Schweiz 2011 – 2012

info am 23. März 2011 um 11:50

Erste Eindrücke und Fotos hat Roger Levy in seinem Kulturblog festgehalten. Dieser wird laufend aktualisiert.

Hier gehts zum Link

Auftaktveranstaltung ‘Pfyn – Kulturhauptstadt der Schweiz 2011 – 12′

info am 11. März 2011 um 02:23

Trotte Pfyn

Am 13. März 2011 übergeben Dominik Riedo, Kulturminister der Schweiz AD und die Gemeinde Romoos Lu den Titel ’Kulturhauptstadt der Schweiz’ feierlich an die Gemeinde Pfyn. Frau Regierungsrätin Monika Knill wird ein Grusswort sprechen, Frau Gemeindeammann Jacqueline Müller darüber berichten, wie sich Pfyn auf die Herausforderung vorbereitet, der Gemeindepräsident von Romoos Herr Franz Koch wird erzählen, was für Romoos der Titel Kulturhauptstadt bedeutet hat, Dominik Riedo und Alex Meszmer werden in einer Bataille culturelle über Kultur philosophieren, während die Städtlimusik Pfyn den Anlass feierlich umrahmen wird.

‘Kultur. Was heisst Kultur? Findet Kultur immer in der Stadt statt? Oder gibt es eine Kultur der Stadt und eine Kultur auf dem Land? Sind die beiden Kulturen verschieden? Gibt es nur eine Kultur? Nur ein Ziel? Hat Kultur überhaupt ein Ziel? Oder nur einen Sinn? Ist letztlich alles Kultur? Und darf man sich zur Stadt machen, um als Kulturort wahrgenommen zu werden? Wann ist eine Ortschaft eine Stadt? Wenn sie genug Kultur hat?’

Diese Fragen stellte Dominik Riedo, als er Romoos zur Kulturhauptstadt der Schweiz erhob.

Keramikscherben künden von einem Anfang vor 5700 Jahren. Den Namen verliehen die Römer – einem Grenzkastell zwischen zwei römischen Provinzen. Ein mittelalterlicher Tyrann aus der Schweizer Sagenwelt trieb sein Unwesen und baute ein Schloss. Aus dem Abfall der Geschichte lesen Archäologen Zusammenhänge – aber was bleibt für unsere Zeit und von unserer Kultur?

Was passiert in einer kleinen Schweizer Gemeinde, wenn sie sich ihrer Geschichte bewusst wird und beschliesst auch in der Gegenwart Kultur zu leben? Ist Geschichte Kultur genug? Kann man Kultur in einer Gemeinde leben? Und: Kann sich Kultur und Kunst demokratisch aus der Basis entwickeln? Vielleicht sogar: Kann Kultur, kann Kunst demokratisch sein? Bedeutet Demokratie der kleinste gemeinsame Nenner? Heisst Demokratie, dem Konsens Massengeschmack zu folgen? Ist Kultur mehrheitsfähig?
Stecken wir noch in demokratischen Kinderschuhen? Entspricht unsere Kunst und Kultur wirklich unserer Lebens- und Regierungsform? Und: Was müsste sich ändern?

Wir fragen weiter – und sind gespannt auf die Antworten, die wir in den nächsten beiden Jahren sammeln werden.

Pfyn und der Fall Roms 410 n. Chr – was bleibt von einem Imperium?

info am 11. März 2011 um 01:20

Vortrag von Dr. Beat Näf, Historisches Seminar der Universität Zürich

Beat Näf

Vor 1600 Jahren ist Rom gefallen. Alarich und seine Westgoten nahmen die ewige Stadt ein und plünderten sie. Den Zeitgenossen stockte der Atem. Das Zentrum des Imperiums in den Händen der Barbaren! Der Fall Roms gilt seither als drohendes Mahnmal für den Untergang mächtiger Reiche und Kulturen.
Der Vortrag gibt Antworten auf zwei Fragen: Was wissen wir über die damaligen Vorgänge in Rom und an der Peripherie des Römischen Reiches, so im heutigen Thurgau? Wie kommt es, dass von Rom trotz dieser Katastrophe so viel geblieben ist, so beispielsweise die eindrücklichen römischen Ruinen in Pfyn?
Der Zürcher Althistoriker Beat Näf ist ein Kenner der späten Geschichte Roms und stellt das berühmte Ereignis in neuem Lichte dar.

Sommerwoche im TMP

info am 2. März 2011 um 01:28

Besucher im TMP

Auch in diesem Jahr laden wir Sie ein, nach Pfyn zu kommen, wenn wir vom 8. bis zum 15.8.2010 täglich von 14 bis 19 Uhr, das Museum in der Trotte Pfyn auspacken und während einer Sommerwoche präsentieren.Wir zeigen neue Interviews mit Pfyner Bürgern, neu-digitalisierte Filme von Werner Herzog und Karl Neuenschwander, künstlerische Arbeiten von Rahel Müller, Richard Tisserand und Beat Lippert, sowie die römische Säule aus Pfyn und die Dokumentation des Säulentransports vom Museum für Archäologie in Frauenfeld in die Trotte.

Besucher im TMP

Wieviel Erde braucht der Mensch?

info am 1. März 2011 um 01:25

Werner Herzog und Karl Neuenschwander haben in den späten 70er/ frühen 80er Jahren das Leben und Ereignisse in Pfyn mit Super8 Filmen dokumentiert.
Einige dieser Dokumente konnte zeitgarten.ch für das Archiv digitalisieren und wir sind stolz, darunter ein wahres Highlight am 25. Juni zeigen zu können.

Filmausschnitt

Angeregt durch die Erzählung „Wieviel Erde braucht der Mensch?“ von Leo Tolstoi, drehte Karl Neuenschwander einen Film mit Pfyner Darstellern
(Fritz Merk, Edi Schaffer, Heinz Schnurr, Hans Ruch, Willi Müller und Ruth Ruch), den wir an diesem Abend mit einigen weiteren Filmen aus und über Pfyn vorstellen möchten.

trifft archäologie trifft dorf trifft kunst trifft geschichte trifft

info am 3. Mai 2010 um 01:46

Das Transitorische Museum zu Pfyn verändert sich und erfindet sich immer wieder neu – nicht zuletzt durch Zusammentreffen mit Menschen und im Dialog über grundlegende Fragen. Als Auftakt zum Int. Museumstag berichtet die Kunsthistorikerin Annelise Zwez über das Pfahlbauermuseum im Fraubrunnenhaus in Twann und diskutiert mit Dr. Urs Leuzinger, Archäologe und Alex Meszmer, Künstler über Kunst, Archäologie und Geschichte.

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Eine Säule kehrt zurück…

info am 2. Mai 2010 um 21:08
Gefunden wurde sie in Pfyn, aber ihre Herkunft ist nicht ganz klar: im Museum für Archäologie im Keller stand eine Säule mit Basis aus Kalkstein aus dem 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr. die ursprünglich zu einem römischen Gebäude gehörte. Spekulationen gibt es darüber, wo die Säule gestanden haben könnte: in Eschenz wurden massive Fundamente gefunden, die zu einem Tempel gehört haben könnten; Pfyn würde sich natürlich wünschen, dass es einmal einen Tempel hier gegeben hat. Klar scheint nur, dass der Kalkstein im Aargau gebrochen wurde.
Die römische Säule kehrt nun für einige Zeit zurück nach Pfyn. Das Amt für Archäologie wird sie so restaurieren, dass der Säulenschaft und die Basis – von denen man nicht weiss, ob sie zusammen gehören oder aufeinander gestanden haben – zum ersten Mal zusammen aufgestellt werden können.

An der Grenze der Geschichte(n) – Überlegungen zur Archäologie

info am 23. April 2010 um 01:47

Natürlich hat der Grenzort die Wahl des Titels beeinflusst – tatsächlich geht es aber nicht um die Grenzlage des Ortes Pfyn im 4. Jahrhundert nach Christus, sondern darum wie weit archäologische Quellen, also “alte Gegenstände oder Artefakte” überhaupt Geschichte und Geschichten vermitteln können. Reizvolle Beispiele aus jüngster Zeit sind der ominöse Sarkophag aus Sankt Gallen oder auch die Pfahlbauer von Pfyn in der “Realität” der Grabung und im Experiment im Fernsehen. Wieviele Elemente braucht es, damit wir aus Gegenständen eine Geschichte (re-)konstruieren können? Und wie stark prägen gerade die Archäologinnen und Archäologen mit eigenen Vorstellungen Geschichtsbilder? Überlegungen die in einem Zeitgarten an der Grenze gut gemacht werden können…

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Historienfilmmarathon

info am 2. April 2010 um 21:24
Historienfilmmarathon

Historienfilmmarathon

Vom 21. – 28. März 2010 schauten wir 9 Tage lang und 9 Stunden pro Tag Historienfilme und analysierten, wie diese Geschichte vermitteln und wie sich Geschichtsbilder im Film verändert haben. Die Zeitspanne der Filme ging von den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bis heute, von Sandalenfilmklassikern über Science Fiction bis zu Blockbustern.