Zur Pfyner Wasserversorgung

eine gebundene Rede auf Mostindisch gehalten bei der Inauguration der Wasserversorgung von Pfyn den 10. November 1889 von K.S.

Zue dem zweite Theil vom Programm, verehrti Versammlig,
Wo mer jez dra sind, möcht‘ i au en bescheidene Bitrag
Leiste. Bsunders nochdem jez’s Rede so ifrig im Fluss ist
Und vo euere Pfärrer der Eint si lo höre hät, schickt si’s
Nid wol anders, ihr findet’s selber, als daß au der Ander
Oeppis bringi. So sei’s denn! I ha i mine Gedanke
Ueber das Werk, wo hüt mer fired d’Vollendig, e Gspröch ghört
Zwisched Zwei, wo sie gfüehrt hand währed em Baue. I will’s eu
Wörtlech reproduziere. Doch müender e bitzli still si.

 

Lueg, was mached si do? Do hand’s jo e grusigi Ornig,
Hüfe mached’s uf Hüfen und Gräben a Gräbe fast mannstüf
Dur’s ganz Dorf. Was söll’s denn do, möcht‘ i frogen, au werde?
Weisch’s denn no nid? E Wasserversorgig wend si jo mache
Z’Pfyn, so wie me’s jez hät i größere Städten und Flecke;
Ist doch au Pfy, wie me liest, vor Ziten e wichtige Stadt gsi;
‚S ist zwor scho lang sid do, si hand jed nu no e „Städtli“,
Aber sie wend wieder cho zu ihrer früehere Bedütig.
Stroße zühed’s um’s Dorf zmitts dure dur Aecker und Rebe,
Und en Geometer muß’s Land vermesse zu Bauplätz,
Doch heißt’s au, seb sei wegem Stüre, damit’s besser usgeb
Und sie no höcher „agschriebe“ werded bi der Regierig. –

Siehst seb Hus dört obe, wo wir oben aben i’s Land luegt?
Jo, was ist denn au seb? I ha di scho lang welle froge.
Das ist’s Schützehus, sie hand’s o ‚baue dä Sommer,
Igwihet au wie’s de Bruch ist, und no e chli drüber use:
’s Kantonalschützefest, denk dra, wird nöchstes go Pfy cho. –
D’Stroßebelüchtig häst g’seh, me sieht si am beste, wenn’s Tag ist,
Oeppen au i der Nacht, wenn d’Schibe glänzed im Moschih,
Aber wenn’s finster ist, so will si Jedem de Roth geh,
Daß er nid gang go spaziere, es stoht: me söll Gott nid versueche. –

’s fehlt jez au no en Thurm a der Chriche, wo weniger gwagglet
Und sie nid mue scheme vor dem vo Mülle, sim Nochber,
Und au e Glüt, wo me cha underscheide vo dem ame Bahnhof.
’s nöchst Johrhundert wird’s bringe, me cha nid Alles uf eimol,
Doch wär’s jez scho grothe, wenn nid die Wasserversorgig
Zwüsched ine cho wär, das Ding, wo d’Gmeind so vil Geld chost –
Weischst, was das für en Irichtig ist? I will der’s erzele;
Zwor han is selber z’erst nid verstande, aber dä Herr dört
Mit dene große Stifle – Kanone säged d’Studente –
Und mit der Brülle, lueg no, er stoht dört bi dene Manne,
Wo die Röhren ilegged und zuestemmed, daß sie nid rünned,
Los, wie seit er ’ne d’Meinig, sie hand em öppis nid recht g’macht,
Denn er hät d’Ufsicht z’füehren und lot ’ne nid Alles gelte,
Dä verstoht Alls und hät mer’s erchlärt vo zvorderst bis z’hinderst,
Daß es en Narr hett chöne begrife, gschwigen en Gschide,
Nid, daß i des mi wett rüehme, doch han i’s amel verstande.

Siehst do da ufrecht Rohr, das dick, i dem isene Chästli?
Das ist jez en Hydrant, wenn d’hörst dervo rede, so weisch’s jez.
Rüeft me Fürjo im Dorf, so schrubet me no do de Schluch a,
Dreiht de Schieber ringsum, und ’s Wasser schußt use zum Wendrohr
Wild wie en Chetzer, mit Chrachen und Zische hoch ufe gen Himmel,
D’Sunn möcht verschricke drob und verlösche die himmlische Liechter.
Wenn so en Schwall vo Wasser i’s Für chunnt, ist’s us mit em Brenne,
D’Fürstaffete chönt ilen uf ihrne fürige Gäule,
’s sei scho Alles verbi, chönds brichten und chönd ihne danke.
Ukomod ist das nu für die, wo wend ihri Hüser
Tür em Staat geh z’chaufe, seb will jez nüme recht grothe,
Drum söll me seb lo blibe, es ist ohnedies jo verbote. –
So viel vo dene Hydrante. Doch ist das lang no nid Alles.

Sust hand d’Wiber müese zum Brunne mit Gelte und Chessel,
’s Wasser go z’holen i’s Hus zum Chochen im Herd und zum Götsche,
Fegen und Spüele, sowie au für Chinds- und andri Wösche;
Ploget sind’s, seb ist wohr, und hand sie emol nid de Guete,
Isch es kei Wunder. Doch jez Respekt vor üsere Manne,
Dörfed sie säge do z’Pfy, die hand’s ihne besser jez igricht.
Dreihe chöned’s jez nu ame Hähnli, so lauft ihne’s Wasser
Wo si’s grad wend ohni Müeh, sie bruched kein Schritt z’tue zum Hus us.

Nebstdem rühmed si au no andri Comoditete:
Ist e brüetigi Hitz im Sommer, so setzt me ’n en Schluch a,
Macht en chüelede Regen uf d’Stroß, oder sprützt i de Garte
Und erfrischt die Gewächs, wo müeßted verschmachte vor Tröchni,
Au cham es richten i d’Ställ und so vil Müeh sich erspare;
Jo si denked scho dra, die Chraft, wo im Wasser ist, z’bruche,
Um Maschine z’tribe zum Fueterschniden und Drösche,
Denn, das mue der no säge, en dunderschießige G’walt ist
I dene Röhre verschlosse; wenn d’s witt begrife, muest lose:

Noch bi der Quell ist en Chasten i’s Gviert igmuret in Bode,
Zweihundertfüfzgtusig Liter exakt sind drin, wenn er voll ist,
Oder am Gwicht, wem es rechnet, nid minder as füftusig Zentner,
Die trucked ine i d’Leitig beständig udn wend neimen use.
Siehst, dört sind si grad dra, e son e Leitig z’probiere,
Oeb si uf alli Fäll starch gnueg sei und nid verspringi.
Wasser pumped si ine i d’Röhre, wo voll sind, und pumped,
Bis a seberen Uhr de Zeiger stoht uf em Zwölfi;
Zwölfmol füfzeh Pfund hei’S Druck jez, will das bedüte,
Uf de Quadratzoll, das macht uf de Schueh grad sovil mol hundert,
Witer chönted si’s tribe, doch denn chönt’s d’Röhre versprenge,
’s hät’s jo däweg scho geh‘, ’s hät ihne mengi verisse. –

Aber du seist mer do vil, guete Fründ, es will mer fast vorcho,
’s sei e chli gspasset. Wenn d’aber en Narr wit zum derigs ageh,
Mach der Eine vo Lei mira, siehst do hät’s en hufe.
Dere Röhre verriße, jowol! Wer wett denn au trinke
Vo dem Wasser? ’s müeßt Vieh und Mensche verjagen in Fetze,
weleweg müeßted’s mer denn die z’erst probiere, wo d’Schuld sind
A dem gförleche Ding und erst wenn’s di sebe prestirted,
Wött i’s denn au versueche, denn Vorsicht ist allewil besser.

Vorsicht ist guet, do häst Recht, bim Trinke und nid no bim Wasser!
Denn ohni G’fohr isch’s allerdings nid, i mue der’s lo gelte.
Aber, wer seit denn au, me söll pumpen i sini Leitig,
Wenn si scho voll ist? Seb ist natürli risgiert, es git Hochdruck
Und der will neimen usen und schlot verboteni Weg i.

Menge hät scho sini Leitig verheit und hät’s müese büeße,
Daß er’s hät wölle probieren und luege, wie vil sie mög lide;
Drum söll Niemerd versueche die tückische flüssige Gwalte,
Wo mit isene Banden ig“fasset“ sind underem Bode,
Gang vorsichtig mit um und lueg a der Uhr uf de Zeiger,
Und stell d’Pumpen ab, bevor er no stoht uf em Zwölfi. –

Fründ, du redst wie ne Buech, a dir ist allweg en Glehrte,
en Präzepter verlore gange oder en Pfarrer,
So chast Ein brichte fürwohr! Doch nimmt mi jez öppis Wunder:
Wie hand zu so neme chostliche Werk, wie die Wasserversorgig,
D’Pfyner si chönen entschlüsse bi derige Zite? Si sind sunst
Hebig am Alte, so wien i’s kenn, und für Neu’s nid grad ignoh;
Bsunders wenn’S Geld chost, sind’s e chli hert und verstönd si uf’s huse.
Söll über das i no brichte, muest wüsse: nid eso glattweg,
Hani vernoh, isch es gange, ’s hät Für geh i d’Chöpf vo dem Wasser.

Siehst do di Chraft, wo drin ist? Jez säg mer no Eine ’s sei ’s blödist
Vo de Getränke! Wie hät’s nid die Bürger vo Pfy ine Hitz brocht!
Und no ‚S Rede dervo! Es ist, wie me hört, nüme schö gsi.
Abegheit hand si denn au ’s Projekt, zwor mit wenige Stimme,
Aber die Andre nid ful und ordnend an anderi Gmeind a,
Denn i der Kommissio sind e Paar, wo Hoor uf de Zei hand,
Nametlech Ein ist drunder, me chönte verglichen em Bismarck,
Der ist nid Schüech und seit rundweg: ’s mueß dure wo mir wend!
Und sie hand’s zwunge, wie d’siehst, und lönd nu die Andere schimpfe,
Stönd denn ‚S Werk emol do, so hoffed si, werded si gschider.

Nid i all Fäll, mein i zwor, isch es guet, da Zwinge, wenn’s lätz chunt,
hand nid die nu de Schade, wo d’Schuld sind, ’s müends Alli entgelte,
Aber bi dem Werk, wo d’mer b’schribe häst, mein i, müeß guet si,
’s ist nid nu für die, wo lebed, ’s ist au für d’Zuekunft.

Spöteri Geschlechter werded no danke dene, wo’s gmacht hand.
Sind jez d’opfer au schwer, me cha sparen uf anderi Site;
Wenn denn die hütige Chind emol Chind hand, hand sie’s vergebe,
Und e chli liechter giengs no, wenn’s Bürgerguet no en Lupf thät.
Daß i’s mit em Wort säg: ’s ist e Werk, wo de Pfyner Ehr macht!

So hani i rede ghört die Zwee i mine Gedanke
Vo der Wasserversorgig, wo hüt si so glänzend erprobt hät.
Doch darf i ’s Pünktli jez no nid setze, ihr werded erwarte,
Daß i bim hütige Aloß, wie`s Bruch ist, au en Toast thüe,
Und dä bring i dene, wo gschaffet hand a dere Leitig,
Z’erst em Herr Guggebüehl, wo hät müeße guetstoh für Alles,
Dem me hüt nünt Bessers cha sägen als: ‚S Werk lobt den Meister.
(Ihm gratulier i no grad zu sine füfzgtusig Franke!)
Aber den And’re gilt’s au, wo hand müese helfe bis ufe,
Nid no dem Herr mit der Brülle für sini ifrigi Ufsicht
Und dem Herr Vetterli für de Chaste, wo sorget für Hochdruck,
Dene nametlech au, wo hand müeße schaffen in Gräbe,
Tüf im Choth, mit Picklen und Schufle, Hammer und Meißel,
Nid ohni Gfohr öppedie und sur ihren Tagloh verdient hand.

Allne bring i mi Glas, stoßed a und lönd’s fröhlech erklinge!
 

One Reply to “Zur Pfyner Wasserversorgung”

  1. Spätestens beim Städtlibrand 1912 hatte es sich gezeigt, dass die Wasserversorgung sinnvoll war. Zwar konnten die beiden Häuser, die im Bereich des heutigen Pärklis standen nicht mehr gerettet werden; allerdings konnte verhindert werden, dass das Feuer auf die Kirche, das evangelische Pfarrhaus und die gegenüberliegenden Häuser übergriff.

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